Palo Alto/Ottawa (dpa) Nach Beschwerden kanadischer Datenschützer hat der
Internetdienst Facebook angekündigt, seine Privatsphäre-Einstellungen zu
verbessern.Bild vergrößern«Facebook-Anwender in Kanada und in aller Welt
werden künftig viel besser geschützt sein», sagte die
Datenschutzbeauftragte Jennifer Stoddart in einem am Donnerstag in Ottawa
veröffentlichten Report. Der Beauftragte hatte Mitte Juli eine «gravierende
Datenschutzlücke» bei Facebook beklagt, die vor allem die Weitergabe von
Inhalten aus dem sozialen Netzwerk an Außenstehende betreffe.Facebook hat
schätzungsweise 250 Millionen Mitglieder, die über das Netzwerk häufig auch
Details aus ihrem persönlichen Leben austauschen oder Bilder aus ihrem
privaten oder geschäftlichen Umfeld veröffentlichen. Die Inhalte in
Facebook können nicht nur in einem Webbrowser dargestellt, sondern über so
genannte Programmier- Schnittstellen (APIs) an andere Webdienste oder
PC-Anwendungen übergeben werden.Die neuen Datenschutz-Richtlinien sollen
den Nutzern nun mehr Transparenz und Kontrolle über die Informationen
geben, die sie Anwendungen von Drittanbietern zur Verfügung stellen,
erklärte Facebook. «Wir glauben, dass diese Änderungen nicht nur für unsere
Nutzer wichtig sind und alle ausstehenden Bedenken des Beauftragten
berücksichtigen, sondern auch einen neuen Standard für die Branche setzen»,
sagte Facebook-Sprecher Elliot Schrage.Die angestrebten Änderungen umfassen
unter anderem den Umgang mit Geburtsdaten und den Konten verstorbener
Nutzer. Außerdem soll den Mitgliedern deutlicher gemacht werden, worin der
Unterschied zwischen einer Deaktivierung und endgültigen Löschung eines
Facebook-Kontos besteht. Außerdem will der Dienst seinen Anwendern sein
Werbemodell besser erläutern. Facebook will weiterhin seine Nutzer
auffordern, ihre Privatsphäre-Einstellungen zu überdenken, um
sicherzustellen, dass die Voreinstellungen auch tatsächlich ihren Wünschen
entsprechen.
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